Geschichte des Strickens

Das Stricken war schon im Altertum bekannt. Sowohl aus dem alten Griechenland als auch aus dem Römischen Reich sind verschiedene Strickarbeiten überliefert.

Lange Zeit danach geriet diese Handarbeitstechnik vermutlich in Vergessenheit. Erst im 13. Jahrhundert wurde in Italien und Spanien wieder mit dem Stricken begonnen. Überliefert sind verschiedene Strickarbeiten, wie zum Beispiel die Handschuhe von Papst Clement V. Die Spanier haben das Stricken vermutlich von den Mauren gelernt. Sehr wahrscheinlich ist, dass das Stricken auch in Amerika eine lange Tradition hat.

Nördlich der Alpen war das Stricken lange unbekannt. Erst italienische Kunsthandwerker sollen es dort eingeführt haben. Später, im Mittelalter gehörte es dann zu den Zünften. Es wurde der Tuch- und Bettmacherinnung unterstellt. Gestrickt haben damals nicht die Frauen, sondern die Männer.

Während der Biedermeierzeit herrschte großer Strickeifer. Strümpfe, Handschuhe und Mützen wurden ebenso gestrickt, wie Gegenstände für die Wohnung (z.B. kleine Deckchen oder ganze Tischdecken).

Im 19. Jahrhundert war dann Stricken weitgehend Frauensache. Ab diesem Zeitpunkt befanden sich zahlreiche Strickanleitungen in den verschiedensten Frauenzeitschriften.
Später hatte das Stricken dann vor allem praktische Gründe. In Not- und Kriegszeiten waren die Frauen gezwungen, Kleidungsstücke selbst zu stricken.

Viele Frauen strickten nicht nur für ihre eigene Familie, sondern auch für andere Menschen, um auf diesem Wege zusätzliches Geld zu verdienen und so die knappe Haushaltskasse aufzubessern. In dieser Zeit kamen auch die ersten Strickmaschinen auf, um die Arbeit rationeller zu machen und den Frauen die Arbeit zu erleichtern.

Stricken im Akkord war damals keine Seltenheit. Im 1. Weltkrieg wurden Socken, Puls- und Kniewärmer, Mützen und Schals gestrickt. Erst in den zwanziger Jahren wurden dann viele Kleidungsstücke verstärkt industriell gefertigt.

Dies drängte das Stricken immer mehr in den Hintergrund, bis es als Hobby wieder seine Renaissance erlebte. Heute muss niemand mehr aus reinen finanziellen Gründen stricken. Es gibt Bekleidungsstücke bereits für wenige Euro zu kaufen. Auch spart heute niemand mehr, wenn er einen Pullover selbst strickt, statt ihn fertig zu kaufen. Frei von allen Zwängen ist es für Liebhaber leichter, das Stricken als das zu begreifen, was es ist: ein wunderschönes, vielseitiges, kreatives und äußerst befriedigendes Hobby.

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